Spiritueller Impuls

Liebe Gemeinde,
die Sommerzeit hat ihren ganz eigenen Charakter. Die Tage sind länger und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Mit den Sommerferien beginnt zudem für viele von uns eine Auszeit, die Abstand gewinnen lässt von Termindruck und Verpflichtungen. Manche fahren in den Urlaub, andere verbringen ihre freien Tage zu Hause mit Ausflügen in unserer schönen Moselregion. Wieder andere setzen ihre Arbeit fort wie bisher und freuen sich dabei über etwas mehr Ruhe und weniger Autoverkehr. Oft merkt man erst mit etwas Abstand und wenn man mal aus dem gewohnten Trott heraus ist, wie fordernd der Alltag doch häufig ist.
Auch Jesus kannte solche Zeiten. Immer wieder wird in den Evangelien erzählt, dass er sich zurückzog, um neue Kraft zu schöpfen und sich neu auszurichten. Vielleicht liegt darin auch für uns ein wichtiger Gedanke: Wer immer nur unterwegs und getrieben ist, verliert leicht den Blick für das, was wirklich wichtig ist. Die kommenden Wochen können deshalb eine Einladung sein, bewusster zu leben und dabei auch jene Dinge wahrzunehmen und zu schätzen, die direkt vor der eigenen sprichwörtlichen Nase sind.
Ich merke für mich immer wieder, dass es gerade die einfachen Dinge sind, die guttun und neue Kraft schenken. Das können geschätzte Menschen sein, ein gemeinsames Essen ohne Zeitdruck, ein gutes Gespräch, für das sonst die innere Ruhe fehlt, ein gemütlicher Abend zu Hause, ein Spaziergang ohne ein besonderes Ziel oder einfach das Gefühl, dass mal gerade nichts Dringendes erledigt werden muss.
Gleichzeitig wird es Menschen geben, für die eine Auszeit aus verschiedenen Gründen nicht ohne weiteres möglich ist.
Vielleicht lassen persönliche Verantwortung, Sorgen oder herausfordernde Lebensumstände nur wenig Raum für Erholung. Wie gut, dass sich Erholung nicht allein daran bemisst, wie lange ein Urlaub andauert oder daran, wie weit ein Reiseziel entfernt ist. Schon kleine Unterbrechungen des Alltags mit dem, was bereits da ist, können guttun und Kraft geben.
Unabhängig davon, wie wir die Sommerzeit verbringen und welche persönlichen Umstände uns begleiten, wünsche ich uns allen, dass wir Zeiten der Ruhe finden, neue Kraft schöpfen und mit Zuversicht auf das schauen können, was vor uns liegt.
Ihr Gemeindeassistent Michael Schuh
