Gehören Sie zu den Menschen, die eine besonders humorvolle - vielleicht sogar bewusst übertriebene - Art haben?
Manche scheinen mit einem ausgeprägten Charakter geboren zu sein, andere entwickeln im Laufe ihres Lebens eine fröhliche Art, den Alltag zu meistern.
Nein - ich habe keinen Clown gefrühstückt. Aber ich habe vor ein paar Jahren mit einem telefoniert. Von dieser besonderen Begegnung möchte ich Ihnen erzählen.
Vielleicht haben Sie schon von Klinik-Clowns gehört. Das sind Menschen, die - als Clowns - kranke Menschen besuchen: in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und Rehakliniken. Ihr Ziel ist es, Farbe in den oft tristen Alltag der Patienten zu bringen.
Solche aufheiternden Begegnungen schenken Abwechslung, berühren Herzen - und nicht selten schöpfen die Kranken daraus neuen Lebensmut. Mediziner und Psychologen sind sich einig: Spaß, Freude und Lachen fördern den Heilungsprozess.
Um dies zu erreichen, gibt sich Clown Charly auch gerne einmal „dumm“. Zählen kann er angeblich nicht besonders gut - dafür zuhören umso besser. Warum engagiert sich der pensionierte Lehrer schon seit vielen Jahren ehrenamtlich als Klinik-Clown?
Seine Antwort ist einfach und bewegend: „Ich habe gesunde Kinder, und dafür bin ich Gott sehr dankbar. Das Leben hat es gut mit mir gemeint - davon möchte ich etwas zurückgeben.“
Begeistert erzählt er von einem Mann auf der Demenzstation, der nach sechs Monaten des Schweigens plötzlich wieder gesprochen hat - ausgelöst durch diese besondere Begegnung. Das größte Geschenk jedoch ist es, Menschen - besonders Kindern - ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.
Diese Freude in den Augen zu sehen, macht nicht nur Clown Charly glücklich, sondern alle, die diesen Moment miterleben.
Ist das nicht auch eine ganz besondere Form von Gottesdienst? Menschen glücklich zu machen.
Passend dazu bringt es Hermann Hesse auf den Punkt: „Liebe ist Glück.“ Dieses Glück immer wieder zu spüren, verbindet Menschen - selbst dann, wenn sie sich gar nicht kennen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen schöne, ausgelassene Faschingstage voller Lachen und Freude.
Denn der Himmel beginnt nicht irgendwann -
er fängt auf Erden an.
Rüdiger Glaub-Engelskirchen


